05.02.2015 | FACTS

Die Bewegung steckt im Sitz

Luft rein und Muskeln trainieren: Das ist das Konzept des Air Seat von KÖHL. In dem Sitz befindet sich ein Zweikammer-Luftkissen, das die Wirbelsäule und die Muskulatur anregen soll. Ob die als besonders sanft ausgelobte Bewegung auch ihren Zweck erfüllte, zeigte sich im FACTS-Test.

Zum bewegten Sitzen gibt es die verschiedensten Konzepte. Meistens ist die (3D)-Bewegung in die Mechanik des Stuhls integriert. Der Nutzer steuert gegen eine mehr oder weniger große schaukelnde Bewegung und bewegt so permanent die Muskulatur. KÖHL geht einen anderen Weg und integriert die Bewegung direkt in den Sitz. Der Air Seat besteht aus einem Zwei-Kammer-Luftkissen unter der Sitzfläche, das sich per Knopfdruck auf- und entladen lässt, je nachdem wie bewegt es der Nutzer haben möchte und wie schwer er ist. Anders als die meist intensiven Bewegungen der 3D-Mechaniken soll der Air Seat die Muskulatur besonders sanft trainieren und da die Armlehnen fest integriert sind, auch besonders sicher.

Mit einem Klick zum Air Seat

Der Air Seat ist, wie alle Sitze von KÖHL, ein Clipsitz und kann einfach ausgetauscht und somit auf verschiedene KÖHL-Stühle montiert werden. In unserem Test befindet sich der Air Seat auf dem Modell Anteo, ausgestattet mit Synchronmechanik, KÖHL-Bandscheibenstütze, Sitzneigung und 4D-Armlehnen (siehe auch Test in FACTS-Ausgabe 11/ 2011.)
Auf dem Air Seat soll der Nutzer nun im Sitzen durch eine leichte Kippung des Beckens ständig ausbalancieren und so seine Muskulatur besonders sanft trainieren und das quasi nebenbei. Tatsächlich arbeitet der Air Seat sehr dezent. Beim ersten Hinsetzen ist der Unterschied zu Stühlen ohne Luftkammerkissen deutlich spürbar. Im Laufe des Tages bemerkt man diesen jedoch kaum noch und erst im Vergleich, wenn die Luft aus dem Kissen entladen und der Air Seat zum „normalen“ Sitz wird, ist die Wirkung wieder spürbar. Und nicht nur dann: Wer sowieso viel Sport treibt, wird es kaum merken, Couch-Potatoes dagegen schon: Der Air Seat trainiert tatsächlich die Beinmuskeln, was sich bereits am nächsten Arbeitstag durch einen leichten Muskelkater bemerkbar machte. Interessanterweise ist die Bewegung selbst dabei so sanft, dass man es kaum als „Bewegtsitzen“, wie von den klassischen 3D-Mechaniken gewohnt, bezeichnen kann. Hier spricht die Wirkung für sich.
Auch die einfache Handhabung überzeugte: Der Knopf zur Regulierung des Luftdrucks ist leicht erreichbar neben dem Sitz angebracht, die Luft in wenigen Sekunden ab- oder zugelassen.
(Nadia Hamdan)

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